Denn es war ihm Gewißheit: das Kind stirbt; und wenn das Kind dahin ist, ist es auch die Ehe ...

Armer Freund!

Und an Renate dachte er, ganz voll Trauer und Entsagung. Durch das Unglück, das er hier vorgefunden hatte, schien ihm sein eigenes Schicksal besiegelter. Es drückte seine Stimmung ganz herab.

Vielleicht rächten sich auch die Strapazen der letzten Wochen, auf die er noch diese lange, hastige Reise gesetzt. Er konnte selbst kaum mehr nachrechnen, seit wieviel Nächten er nicht eigentlich mehr geschlafen hatte. Er fühlte sich ganz zerschlagen. In so dumpfem Hinbrüten saß er, daß es ihm entging, wie lange der Geheimrat fortblieb.

Er vernahm das Aufwiehern eines Pferdes. Das zerschnitt förmlich die Stille. Schritte klangen wieder auf den Wegen des Gartens. Da war allerlei Bewegung.

Aber es deuchte ihn nicht der Mühe wert, sich danach umzudrehen.

Und endlich kam Gervasius zurück. Er erzählte: gerade seien die Ärzte dagewesen, er habe während ihrer Anwesenheit auch bleiben und sie an den Wagen geleiten müssen.

„Nun — und?“

„Sie meinen, das Kind könne vielleicht noch den Tag, gewiß nicht die Nacht überleben.“

Emmich schwieg.