Emmich mußte zuletzt wohl spüren: ein weiches Wort wurde von ihm erwartet, ein Gruß vielleicht ... Aber er sagte nichts. Er konnte nichts finden — sein Herz schwieg, es schwiegen seine Gedanken.
Er war nur unaussprechlich traurig. So herabgestimmt, körperlich und seelisch, wie er sich in seinem ganzen Leben noch nicht gefühlt hatte.
Und endlich mußte der Geheimrat sich verabschieden. Gebeugt ging er davon.
Emmich suchte sein Zimmer auf und warf sich auf sein Bett.
Vielleicht schlief er ein paar Stunden. Jedenfalls fuhr er erschreckt in die Höhe, als man zum Essen rief. Aus Rücksicht auf das kranke Kind schlug man nicht den Gong.
Emmich trat, ehe er hinabging, wieder bei der jungen Frau ein.
Es war das gleiche Bild wie am Morgen. Nur schien ihm, daß die Aufregung einer unnatürlichen Gefaßtheit gewichen sei.
Ob seine Gegenwart ihr Wohltat oder Qual sei, konnte er nicht erkennen.
Ihr Blick war so leer. Als sähe sie ihn gar nicht wirklich.
Der Tag schlich mit einer Langsamkeit hin, die Emmich unerträglich wurde.