Ihm schien, als sei er plötzlich aus dem Getriebe des Lebens ausgeschaltet.
Die Ansprüche des Dienstes hatten jäh aufgehört. Ein paar Wochen lang war er von ihnen durch die Tage und oft genug auch noch durch die Nächte gepeitscht worden, als sei ein Mensch ein unermüdbares und unerschöpfbares Gebilde aus Maschinenteilen und nicht aus Nerven und Blut.
Die Ansprüche seiner Braut an ihn hatten plötzlich ein Ende gefunden ...
Er fand nicht den Mut, ihr zu schreiben. —
Sie wiederum konnte ihm kein Zeichen mehr geben. —
Er hatte ja ihren letzten Brief nicht mehr beantwortet ...
Zeit und Gelegenheit hatten gefehlt? O nein — man kann einen Gruß, ein verheißendes Wort telegraphieren. Und das wußte sie ja wohl. Und er schwieg ...
Nun schlich der Tag. Und hatte keinen, aber auch gar keinen Inhalt als das unbestimmte Gefühl eines völligen Zerfalls aller bisherigen Lebensreize.
Zweimal sah Emmich den Diener des Herrn von Gamberg in den Garten kommen und ins Haus treten. Sollte sich wohl nach dem Kind umhören ...
Er hatte eine flüchtige Regung, fast von Dankbarkeit, daß Herr von Gamberg nicht selbst kam — ihm jede Begegnung ersparte.