Er dachte an Renate. Und in einer beinahe eisernen Entschlossenheit sagten seine Gedanken: nein, wenn sie keine Barmherzigkeit und keine Kraft und keine Größe hat, will ich verzichten ...

Summend floß der einwiegende Gesang durch den Raum ... immerfort ...

Und die leichten Schritte bekamen durch ihre Unaufhörlichkeit schon etwas Schreckliches ... wie das rastlose Wandern des Unglücks ...

Der röchelnde Atem des Kindes war schwächer — er übertönte nicht mehr den leisen Sang ...

Und der Kopf der Mutter neigte sich ein wenig mit beruhigterem Ausdruck — als wähne sie, dem Kind Schlummer zu ersingen, und sei darüber glücklich.

In Emmich wurde der dringliche Wunsch stark: Wenn doch Papa Gervasius käme. Er hatte gesagt: gegen Abend.

Hin und her ging die Frau und sang.

Und nun schien es dem Mann, der hier auf trübseligem Wachtposten saß, als sei das Kind ganz seltsam stumm und still. —

In jener unerklärlichen Stille, die sich von aller anderen unterscheidet, weil sie sich niemals mehr zur Bewegung umwandeln kann ... Eine Stille, deren unheimliche Art der Verstehende spürt — die er in einer Aufwallung des Entsetzens ahnt. Emmich erhob sich.

Oben der ausgezerrte Lichtkegel losch fort — wie ein Aufzucken von etwas Körperlichem war es — dieser jähe völlige Schatten im Raum ...