Jutta erschrak. Sie hatte den raschen Vorgang nicht gesehen — spürte nur eine Veränderung ... stand ... sah wie erwachend Emmich an ...

Er trat heran. Sein Mund war ihm trocken vor Aufregung. Ganz zart sagte er: „Wollen wir das Kind nicht hinlegen ...“ Sie ließ es sich fortnehmen ... als sei sie plötzlich wie gelähmt, ganz willenlos ... stand wie träumend — oder wartend ...

Und sah, mit welcher andächtigen Vorsicht die Männerhände das Kind auf die Kissen legten ... Männerhände verstehen es sonst nicht, weiche, warme Glieder so sicher zu heben und zu tragen ... so hart und schwer sinkt kein weicher, warmer, kleiner Körper in die Kissen.

Mit einem Schritt war sie schon neben ihm.

Zerrte ihn am Arm fort ... Stand und sah mit weit aufgerissenen Augen ... Betrachtete wie irr das Kind. Und fiel mit einem Schrei in die Knie ...

„Sein Kind,“ schrie sie, „sein Kind ... Sein Kind ...“ immerfort. „Sein Kind.“ Sie wollte es wieder herauszerren — es in ihre Arme nehmen ...

„Es schläft!“ sprach Emmich feierlich.

Er legte die Hand über die Augen ...

Eine unaussprechliche Erschütterung ging durch ihn hin ...

Am Boden lag die junge Mutter und weinte ... krampfhafte Zuckungen zitterten durch ihren Körper — schwer lag ihr Haupt in ihren verschränkten Armen ...