„Da ist ja Herr von Gamberg mit Jutta! Kinder, helft mir Hektor überreden. Ich soll weg. Das ist Tyrannei. Herr Legationsrat, schützen Sie ein mißhandeltes Weib.“

„Wenn Lisbeth morgen Kopfweh hat, schilt sie mit mir, daß ich nicht strenger gewesen bin,“ sagte der Kapitän.

„Komm mit,“ ermahnte Jutta, „ich bin im Begriff fortzugehen, Herr von Gamberg will mich gerade zum Wagen bringen.“

„Was? Hinter dem Rücken deiner Ballmutter wolltest du auskneifen?“

„Lisbeth, nimm Vernunft an! Du wirst mir morgen danken.“

„Vernunft ist ja eine wunderschöne, großartige Sache. Aber weißt du, Hektor — ich bin gar nicht ehrgeizig. Ich will unvernünftig bleiben.“

Sie lachte laut und stritt munter weiter. Man merkte schon: der Mann ermüdete ein wenig an der Kinderei und war im Begriff, nicht aus Schwäche, sondern um des guten Geschmacks willen nachzugeben.

„Ach,“ dachte Jutta, „wie spielt sie durch die Tage.“

Und wußte selbst nicht, ob es ein neidischer oder ein geringschätziger Gedanke war.

Sie verabschiedete sich etwas kurz. Rosenfelds, im Eifer ihres Kampfes um Bleiben oder Gehen, bemerkten es kaum.