Jedes Wort galt auch ihr — sagte ihr drohend: „Zerbrechen lasse ich mich nicht.“

Er hörte kaum auf ihr Weinen.

Es rührte ihn nicht. Er war wie emporgetragen von einem hochmütigen Rausch — all die bangen Grübeleien der letzten Wochen — all die Gemütsbewegung der letzten Stunden hatte sich, für ihn unbeschreiblich wohltätig, in dieser Heftigkeit entladen.

Ob das Wetter irgendwo zu schwer getroffen habe, bedachte er in diesem Moment nicht.

Er war förmlich gesättigt von dem Gefühl, daß er beim Wiedersehen seine männliche Haltung bewahrt hatte, daß er weder weich noch zärtlich geworden war.

Und Renate weinte ...

„Besser jetzt weinen als später,“ dachte er noch.

Mit starken Schritten ging er im Dunkeln auf dem kleinen Platz hin und her.

Er erschrak über einen kurzen Lichtschein, der in der Nähe aufblitzte. Beleuchtet von der kleinen, nach zwei Sekunden schon wieder verlöschenden Flamme eines Streichholzes, zeigte sich mitten in all der Finsternis das Gesicht des Geheimrats, der, ein paar Schritt entfernt, sich eine Zigarette anzündete.

Vielleicht nur, um solcherart sein Herankommen anzuzeigen. Er mochte wohl weder lauschen noch überraschen ...