Emmich trat auf ihn zu. „Wie geht es ihr jetzt?“ fragte er rasch.
„Für den Augenblick ist sie zu kraftlos, um etwas anderes zu tun, als still weinend in ihrem Bett zu liegen. Und was ich fragen wollte ... alles, was hier nun nötig tut — zu besprechen ist ...?“
„Besorg’ ich, mach’ ich,“ fiel Emmich ihm schon in die Rede.
Der Geheimrat hörte aus dem Dunkel ein leises, unregelmäßiges Schluchzen, wie wenn jemand sich durchaus bemüht, seine Tränen herunterzuschlucken.
Das war seine Tochter. Ach ja — —
Weil er die beiden nicht Arm in Arm fand, konnte er sich seine Schlüsse machen ...
„Wir wollen in unser Hotel zurückkehren,“ sagte er, „Mama wartet da ... ich hab’ ihr nicht erlaubt, mitzukommen — alle Frauen haben ein Talent, sich in Erinnerungen hineinzusteigern — das ist Nervenkraftverschwendung ...“
„Erinnerungen?“
„Nun ja. Wir haben unser Erstes auch so verloren. Als diese da noch nicht lebte.“ Er erfaßte Renate am Arm, schon auf dem Sprung, mit ihr zu gehen. „Das verwischt sich und vergißt sich — wenn neues, blühendes Leben ins Haus kommt. — Also gute Nacht, Emmich — du benachrichtigst mich wohl, wenn ich hier noch gebraucht werde — gute Nacht — komm, Renate.“
Sie zögerte noch wenige Augenblicke. „Leb’ wohl, Emmich,“ sagte sie dann leise.