Und er antwortete nur kurz, noch in einem letzten Ausklang seiner Heftigkeit: „Leb’ wohl.“
XI
Die plumpen und lauten Dinge, die Emmich in nervösem Unbehagen gefürchtet hatte, warteten schon auf ihn, als er ins Haus zurücktrat.
Da war Madame, mehr vorwurfsvoll und umwölkt als verbindlich, aber doch immerhin mit der teilnehmenden Note im Wesen, die man Leuten schuldig ist, die man für sehr zahlungsfähig hält. Sie tat, als wenn ihre ganze Pension dem Zusammenbruch entgegengeführt werde, falls das tote Kind nicht sofort aus dem Haus gebracht werde. Es zeigte sich auch, daß sie schon die entsprechenden telephonischen Anordnungen gegeben hatte, daß der Arzt unterwegs sei, und daß Beamte jenes düsteren Geschäftsbetriebes, der hier in Frage kam, noch vor zehn Uhr zur Stelle sein würden. Wenn die Pensionäre schlafen gegangen — und dies pflegten sie frühzeitig zu tun — sollte der traurige kleine Transport bewerkstelligt werden.
Emmich hatte Flüstergespräche mit der sommersprossigen Martha, die immer von neuem weinte und deshalb kein praktischer Beistand war. Es schien, als habe sie teils ein allgemeines Grauen, teils wirklichen Kummer und dabei vielleicht auch die undeutliche Empfindung, daß sie der Situation Untröstlichkeit schuldig sei.
Der Arzt kam, und Emmich hörte vielerlei von ortspolizeilichen Vorschriften.
Mit ihm zusammen beschloß er, daß man das Kind leise, ohne Vorwissen der jungen Mutter, fortschaffen müsse.
Jutta lag, körperlich von äußerster Schwäche gebändigt, ganz still — in einem Mittelzustand von Ohnmacht und Schlummer.
Einmal trat Emmich an ihr Bett — er sah: man konnte nicht zu ihr sprechen.
Es mußte gehandelt werden ohne ihre Zustimmung.