Ratlos stand er vor den Türen der unseligsten Frau.

Hatte man drinnen seinen leisen Schritt, sein tastendes Anhalten gehört.

Martha öffnete eine Tür und winkte ihm.

Befangen trat er ein — von der aufwallenden Furcht benommen, einem leidenschaftlichen Ausbruch standhalten zu müssen.

Aber seine Befangenheit wuchs und wurde zur Erschütterung, weil er ein Unbegreifliches fand.

Die junge Frau ruhte, halb aufrecht, in einem Stuhl, am offenen Fenster. Ihre Arme, in ganz gleichmäßiger Haltung, lagen auf den Lehnen.

Sie sah aus wie eine, die zu schwach ist, nur die Hand zu heben, zu sprechen, zu denken — so — als seien alle ihre Kräfte plötzlich und ganz erloschen.

Und dennoch hob sie ihre Hand, mit einer schweren, mühevollen Bewegung — — als er vor ihr stand ...

Er beugte sich tief. Er schluckte hinunter, was ihm in der Kehle hochquoll.

Und küßte voll Ehrfurcht vor der Majestät des Leides ihre Hand ...