Wär’s nicht milder, dem fernen Mann zu sagen: Dein Weib wollte ihr Kind nicht überleben, sie beging eine Tat des Wahnsinns — als sagen zu müssen: Dein Weib lief sofort mit einem anderen davon, sie beging eine Tat der Unwürde.

„Wir wollen gut aufpassen,“ sagte er nur.

Das war ein übles Amt, und es machte die Stunden nicht kurzweilig, daß er es vor sich und vor der Frau zu verstecken trachtete, wie er hier eigentlich als Spion und Wächter sich herumschlug.

Er sah Jutta nur auf wenige Minuten, um ihr zu sagen, daß er mit ihr am Nachmittag zum Kirchhof fahren werde.

Wieder machte ihn ihre Haltung und ihr Aussehen ängstlich und betroffen.

Eine fast erhabene Ruhe lag über ihrem Wesen. Es war das eines Menschen, für den es Zweifel und Kämpfe nicht mehr gibt.

Zu welcher Gewißheit mochte ihr Leid sie getragen haben?

Und hat schon jemals Wachsamkeit eine verzweifelnde Seele von einer schlimmen Tat zurückhalten können? War er dazu imstande?

Er ging in den Garten, der ja eigentlich nur eine beschränkte Terrasse war, darauf Tische und Stühle standen, und die ein aus Tannenästen gefügtes Geländer gegen den Abhang schützte, aus dem Wipfel an Wipfel sich emporreckten.

Der Tag half nicht seine gequälte Stimmung klären. Wie eingesperrt kam Emmich sich vor, an diesen kleinen Platz gebunden, den kein Windhauch erreichte. Von dem hinaus man in die weite, besonnte Welt sah. Es war sehr heiß. Früh schon flimmerten Luftwellen über dem See. Der Himmel hatte eine fast stechende Bläue.