„Ja,“ sagte der Geheimrat, „wir müssen wohl auf unsere Freundin warten.“
Und er sah an Emmich vorbei. Sie brauchten sich nicht erst durch einen Blick darüber zu verständigen, daß sie beide voll Unruhe dachten: was spricht sie mit ihm?
Zwei Menschen standen an der winzigen Gruft ...
Die Frau atmete schwer — als hindere noch ein Druck sie am Sprechen. Sie weinte nicht. Sehr bleich war ihr Gesicht im Rahmen schwerer schwarzer Kreppfalten.
Sie sah ihn an, mit einem merkwürdigen starren Blick ...
„Ich habe nicht gewagt, dich aufzusuchen,“ begann er halblaut, „ich hatte das Gefühl, als ob ein Feind dich bewache ... Aber du weißt es: dein Leid ist meines ...“
Er hätte auch nicht gewagt, hier an dieser Stelle zu ihr zu sprechen ... Aber sie hatte die Hand nach ihm ausgestreckt — vor all diesen Zeugen — das bezwang ihn ... Wer hätte Selbstbeherrschung von ihr fordern dürfen, in diesem Augenblick ... Sie streckte die Hand aus nach dem Mann, den sie liebte, der ihr Trost war ...
So nahm er es ... Wie konnte er anders ...
„Ich habe gelitten, daß ich dir nicht beistehen durfte. Aber ich verstand es wohl, daß der andere Rechte zu haben glaubte ...“
„Herbert,“ begann sie —