All dies hatte sie gar nicht gehört. Sie hörte nichts wie das, was sie selbst sagen mußte — was in ihren Gedanken schon mit deutlichen, grausamen Worten stand ... „Herbert ... Herbert — wir — du und ich ... wir werden uns niemals mehr sehen ...“
Er machte eine Bewegung — in jähem Schreck ... Sah sie an ... Ihre Blicke starrten ineinander — wie vor Entsetzen. „Niemals ...“ wiederholte sie leise.
Er trat einen Schritt auf sie zu ... Sie wich zurück — hielt sich mit der Linken an eine aufrechte Marmortafel, die, mit schwarzen Buchstaben bedeckt und von Schatten überfleckt, neben der kleinen Gruft stand.
„Besinn dich,“ sprach er halblaut, „besinn dich — Liebe! Nicht hier — nicht jetzt — solche Worte ...“
„Ja — hier — gerade hier.“ Sie faßte sich.
„Dies Grab steht zwischen uns — für immer —“
„Jutta ...“
Sie streckte ihm die Hand hin.
Er faßte sie hastig — mit seinen beiden Händen — noch voll Unglauben — noch voll verzweifelter Abwehr gegen diese Worte — noch in der Hoffnung, sie beschwören zu können ... Sie sah ihn an — lange und stumm ...
Sie sah die leidenschaftliche Bitte in seinen Augen.