„Der sah nicht gut aus!“ dachte der Geheimrat voll Unbehagen ... Und die junge Frau? Was war mit ihr. In erwachender Sorge wollten sie zu ihr zurückeilen. Aber da kam auch sie schon gegangen. Gefaßt und aufrecht ... in einer stillen, sicheren Haltung.
Als sie sah, daß Renate an Emmichs Arm hing, wurde ihr Gesicht sogar ein wenig hell — wie in der Andeutung eines Lächelns ...
Sie umarmte Renate. Es war, als wolle sie sagen: verliert euch nie! Sie wandte sich zu Emmich.
„Lieber Emmich,“ sprach sie mit einer ganz kraftlosen Stimme, deren Klang ergreifend war — denn sie verriet all den Gram, den die gefaßte Haltung verbergen wollte, „für so viele Treue habe ich Ihnen zu danken — wollen Sie mir noch einen Dienst erweisen — einen letzten ...“
In einem Gemisch von Rührung und Spannung, das ihn ganz benahm, versprach er: „Jeden. Natürlich.“
Sie wurde rot. Sie schien sich fast zu fürchten vor dem, was sie sagen wollte — mußte ...
„Helfen Sie mir — daß ich auf das nächste, das rascheste Schiff komme, das mich zu — Malte bringt ...“
„Jutta!“ schrie er jubelnd auf. „Gott segne Sie für dieses Wort.“
Sie sah vor sich hin — sprach leise — zu sich selbst mehr als zu den Freunden: „Sein Kind sollte ich hüten — nun muß ich ihm sagen, daß ich es nicht mehr habe ...“