Jutta träumte ein paar Augenblicke hinaus, mit unbestimmten Gedanken. Das bedeutete Ausruhen für sie.

Es war immer wie Schonzeit für ihr Gemüt, wenn alles, was es sonst leidenschaftlich bewegte, einmal als unklare Traurigkeit still lag.

Der Sommermorgen war so schön — zu schön. Ganz stiller Glanz erfüllte ihn, alle Winde schliefen.

Jutta dachte flüchtig: „Reiswitz — Freia — Nordwest — Kiel — Travemünde ...“

Aber diese Gedanken zerfaserten. Es war ihr so unaussprechlich gleichgültig, was für Winde die Segel blähten ... oder ob gar keine ...

Hinter ihr bewegte sich jemand ... Wasser rauschte leise.

Jutta wandte sich um. Die sommersprossige Martha räumte auf und goß den Inhalt der kleinen weißlackierten Wanne in einen Eimer, der in seiner Ausstattung Familienähnlichkeit mit ihr hatte.

Mit raschen Händen half Jutta. Alle Geräte, alle Möbel, jeder Zierat zeigte Geschmack, Neuheit, Ordnung.

In wenigen Minuten gab es auch in diesem Raum nichts mehr zu tun. Er glänzte in der schmuckvollsten Sauberkeit.

Jutta band die große, mit russischen Stickereien verzierte Schürze ab, die bis dahin fast ganz Taille und Rock ihres einfachen weißen Kleides verdeckt hatte.