„Ja,“ sagte er, mannhaft eine Weichheit niederzwingend, die Rührung werden wollte, „ich fühle auch — so was wie ein Wunder ist dies — — nun hat man eine Zukunft, nun weiß man, warum man lebt und strebt.“
„Und Renée — die junge Renée — sie — sie fürchtet sich gar nicht?“ fragte Jutta leise.
„Wovor fürchten?“ fragte er erstaunt zurück.
„Vor dem Los der Seemannsfrau.“
Sie sagte es flüsternd, als fürchte sie sich vor ihren eigenen Worten.
„Oh, das ...“ und stolz und freudig, nach einem ganz kurzen Stutzen über ihre Frage, fuhr er fort: „Sie liebt mich. Sie hat ein gesundes, tapferes Herz. Wenn es einmal auch für mich als verheirateten Mann heißt, hinauszuziehen und in der Ferne meine Pflicht erfüllen, da wird sie sich eben als Seeoffiziersfrau, als deutsche Frau sagen: es ist sein Beruf! Und sie wird stolz und stark meiner Rückkehr warten. Wie ...“
Wie Sie der Ihres Gatten, hatte er schließen wollen.
Aber es war, als lege sich ihm eine Hand auf den Mund. Und der unvollendete Satz sprach dennoch weiter — wie von selbst — mit unhörbaren Stimmen — drangen auf Jutta ein. Sie fühlte sich wie von Vorwürfen überhäuft — herabgesetzt — mißhandelt.
„Die Naturen sind verschieden,“ sprach sie trotzig.
Aber er dachte nicht daran, ihr weh tun zu wollen. Seit Monaten waren seine Gedanken voll brüderlicher Sorge und Mitleid.