Jutta erhob ihren Kopf, mit einer schweren Gebärde, als wöge er Bleilasten. Sie wandte langsam ihr Gesicht und sah Hochhagen an. Ihre Lippen waren zu einem Lächeln verzerrt.

„Das haben Sie gemacht ...“

Hochhagen wurde rot. Er zauderte — nur einen knappen Augenblick.

„Ja,“ sagte er dann einfach, „weil ich Malte und Sie liebhabe ...“

Ihr strömten die Augen über. Unsicher erhob sie sich.

Sie hielt mit ihren beiden Händen seine Rechte fest.

Er fühlte: das war alles. Dank! Verständnis seiner Treue! Bitte um Verzeihung! Bitte um Halt!

Ganz aufgelöst war die arme Frau — in Weichheit und Gram, und zerrüttet von tausend Nöten, deren Ineinanderwirken er dumpf zu ahnen begann.

„Gott helfe ihr!“ dachte er.

Und fühlte: nun keine Worte mehr! Dieses schwere Schweigen ist heiliger Kampf ...