Und so ging er mit einem festen Händedruck — wie ihn sonst nur ein Mann dem anderen gibt, wenn er ihm eben sagen will: sei ein Mann.

Nur wenige Minuten verflossen Jutta in einem seltsamen, fast gedankenlosen Hinbrüten. Es war beinahe, als ob das, was nun herankam, zu chaotisch war, als daß sie es recht ins Auge fassen und überdenken könne.

Da stürzte Martha wieder herein, mit dem fast lärmenden Wesen einer, die denkt, daß sie etwas Heißerwartetes bringt.

Der Brief — der Brief aus Ostasien war da.

Daß er ganz bestimmt mit dieser zweiten Morgenpost zu erwarten gewesen war, hatte Jutta vergessen. Ihr erschien nun sein Eintreffen wie ein Zufall, der Aberglauben erwecken konnte ... als käme wie auf ein Stichwort, wie herbeigerufen, ein Gespenst ... das Gespenst des in weiter Ferne weilenden Mannes.

Ihre Lider zuckten nervös.

Sie wollte sagen und klagen: „Sie sind sehr laut, Martha.“ Aber sie brachte kein Wort über die Lippen.

Sie sah das stillvergnügte Gesicht des Mädchens — ganz vertraulich lächelte das die Herrin an — ein Weib das andere — das versteht, wie einem zumute ist, wenn ein Brief vom fernen Liebsten kommt ...

Und von diesem Lächeln wandte sich die Herrin stumm ab ...

Sie hatte ein Gefühl, als dürfe niemand sehen und wissen, daß sie diesen Brief läse.