Aber nein! Da trifft es ausgerechnet mich, Erster Offizier auf S. M. S. ‚Luise‘ zu werden.
Erster Offizier mußte ich ja werden. Dieses schöne Mädchen-für-alles-Kommando, das auch die dicksten Nerven zu Spinnwebfäden zermürbt, blüht ja allen. Warum konnte ich es nicht auf einem der Linienschiffe der Ostseestation werden?
Grad’ ein Vierteljahr haben wir glücklich sein dürfen!
Nun, ich habe nicht zu klagen. Es ist mein Beruf. Um nichts gäbe ich ihn hin. Wer weiß, ob er einem nicht durch solche Opfer nur noch teurer wird. Die Größe des Zwecks wird einem so klar.
Aber zu was schreib’ ich Dir die vielen Bogen Überseepapier voll — das weißt Du ja alles selbst. Ich sollte eigentlich nur ein Wort sagen: Komm!
Depeschiere mir nach Nagasaki. Nur ein Wort natürlich! Taxe: Acht Mark für ein Wort! Nur den Namen des Dampfers. Das sagt ja dann auch alles: daß wir uns wiederhaben werden, daß wir die Tage zählen bis zu Deiner Ankunft in Hongkong. Ich sehe dann bei der Lloydagentur in Nagasaki die Segellisten ein und kann im Geist Deine Reise verfolgen vom Tag Deiner Einschiffung in Genua an.
Mit welcher Spannung ich Deiner Depesche entgegensehe, brauche ich Dir nicht zu sagen. Es umarmt Dich liebend
Dein Malte.
Ja, und Baby fällt mir noch eben ein — es kommt mir doch immer so märchenhaft vor, daß ich eine kleine Tochter haben soll — Baby wird gewiß von meiner Mutter in Obhut genommen. Ich habe mir sagen lassen, so kleine Kinder wüßten noch nichts von ihrer Mutter und schliefen fast den ganzen Tag. Also wird die Kleine Dich nicht entbehren.“
Das war der Brief ...