Er legte den Löffel förmlich vorsichtig hin.
„Ich spüre in Ihrem Wesen eine große Erregung. Seit gestern abend ist etwas Neues hineingekommen. Stehe ich Ihnen nah genug, liebe Jutta, um Sie fragen zu dürfen: was haben Sie?“
Sie sah ihn an — die Antwort auf den Lippen — doch noch zögernd. Und dann — langsam — von Spannung und Furcht fast entnervt, sprach sie: „Ich habe einen Brief von Malte bekommen. Ich soll in zehn Tagen nach Hongkong abreisen ... zu ihm ...“
Und nun sah sie das, wovor sie sich gefürchtet hatte. Seine Farbe veränderte sich. Rasch flackerte es rot über sein Gesicht. In seinen Augen blitzte etwas auf ... Schreck?
Aber die Pause, die entstand, war nur sekundenlang.
Voll Haltung, seinen Ton ganz und gar beherrschend, fast höflich, fragte er: „Sie werden reisen?“
„Ich bin noch nicht entschlossen.“
Und nach diesen knappen Worten wieder eine Pause. Bis er weicher, leiser fragte: „Und Ihr liebes kleines Kind, Jutta?“
Sie erschauerte. Er dachte daran. Er! Es war sein erster Gedanke fast! Er, den dies Kind gar nichts anging, der es kaum gesehen hatte, der gar keinen Blick haben konnte für das Rührende und Süße in so einem kleinen, knospenden bißchen Menschentum ...
Er dachte daran, weil er begriffen hatte, daß ihr Kind und sie ein Leben seien — ein unzertrennliches ...