Wie es sie rührte ...
„Ja,“ sagte sie, „das ist es auch ... ich kann mich doch nicht von dem Kind trennen.“
Sie war sich nicht bewußt, dies „auch“ betont zu haben. Aber seinem Ohr war es nicht entgangen.
Von der raschen Röte, die ihm vorhin zu Kopf gestiegen war, hatte sein Gesicht eine erhöhte Färbung behalten, die aller Gefaßtheit seines Wesens widersprach.
„Ihr Mann verlangt ein Opfer von Ihnen, das nur höchste Liebe bringen kann.“
Er wartete.
Ihre Antwort entschied über sein Leben.
Sie schwieg.
Sie kämpfte mit sich. Sie wollte ihn nun fragen: Wozu raten Sie mir — zum Gehen oder Bleiben.
Aber sie fühlte: das war eine Unredlichkeit gegen den Fernen! Ach, war nicht schon alles unredlich, schief, unwahr — nur weil es unklar war? Ist nicht in gewissen Gefühlsdingen Unklarheit so viel wie Tod? ...