„Hör mal,“ sagte Hochhagen, „wie deine Frau lacht.“

„Und um halb sieben kam sie aus ihren Kissen empor wie eine, die nach vielwöchigen Leiden mit äußerster Anstrengung ihre letzten Kräfte zusammensammelt,“ erzählte Rosenfeld. „Ich dachte: es geht nicht, diesmal geht es wirklich nicht. Und nun ist sie obenauf.“

„Sie hat mir schon erklärt, daß sie total verliebt in meinen Schwiegervater sei.“

Rosenfeld lächelte.

„Ja, das ist ihre Stärke und ihre Schwäche: diese völlige Hingabe an den Eindruck. Nun sprüht sie vor Lebendigkeit. Heute vormittag wollte sie vor Kopfweh sterben. Und natürlich, ich hatte schuld. Warum hatte ich sie nicht mit roher Gewalt vom Ball geschleppt? Wenn ich ein Herr und Mann wäre ... Na, du bist ja manchmal Ohrenzeuge gewesen. Ja, langweilig geht es in meiner Ehe nicht gerade zu. Das kann ich wohl sagen.“

Das klang ein bißchen zweideutig. Hochhagen wußte: Zuweilen wurde der Freund etwas mutlos gegenüber den beständigen Barometerschwankungen in Lisbeths Wesen.

„Was willst du! Quecksilber. Steigt und fällt. Aber man sieht es steigen und fallen. Das ist es: immer bleibt sie dir in ihrer Art ganz übersichtlich!“

„Nun — freilich — Rätsel und Dunkelheiten wie in Maltes Frau gibt es in Lisbeth nicht. Aber als abgearbeiteter Mensch möchte man eben zu Hause seine Ruhe haben.“

„Ich habe es am besten getroffen von uns dreien,“ dachte Hochhagen, in der begeisterten Zuversicht des Mannes, der seit vierundzwanzig Stunden verlobt ist.

„Du — sag mal — deine Braut scheint sich hingebend an Jutta Falckenrott zu schließen.“