Und sie hoffte im Vorbeigehen, daß Emmich nicht so bald ein Auslandkommando erhalten würde. Später mal, sehr gern. Dann bekam man seine liebe Älteste ein bißchen wieder als Tochter ins Haus, und das müßte wundervoll sein ... Als Freundin mit der verheirateten Tochter sich gut stehen, das hatte sich die Geheimrätin immer wie einen Gipfelpunkt des Frauenlebens ausgedacht ...

Und Renate seufzte ein wenig. Ganz zuversichtlich hatte sie noch eben das stolze Lächeln der Mutter mit glücklichen Blicken beantwortet. Nun fiel ihr plötzlich ein, wie zornig und gramvoll Jutta heute nachmittag von ihrem Los gesprochen hatte.

So leise, so andeutend nur der Seufzer gewesen war: Emmich hatte ihn doch gehört. Und er sah auch, daß über das Gesicht der Mutter ein Ausdruck von Mitleid ging.

All das schien ihm feindselig — als bedrohe das auch ihn und seine Glücksicherheiten.

Er sagte sehr liebevoll und vielleicht wieder ein wenig bevormundend: „Das Warten hat ja nun ein Ende. Frau von Falckenrott wird nach Hongkong reisen.“

Jutta erhob ihr Haupt.

„Nein,“ sprach sie klar und fest, „ich werde nicht nach Hongkong reisen.“

Sie sah ihn an. Ganz gerade. Wie eine, die unerschütterlich geworden ist.

Hochhagen wurde rot. Er erschrak. Und ihr Ton erregte ihn. Es schien versteckter Trotz darin.

„Ich hoffe, es ist nicht Ihr letztes Wort.“