„Ich gehöre nicht zu den Frauen, die heute nein und morgen ja sagen.“

„So haben Sie schon an Malte depeschiert?“

„Nein. Das nicht. Es kommt ja auf den Tag nicht an.“

„Oh, Sie wollen nicht zu ihm?“ fragte Renate erstaunt, „ich — ich reiste gleich, wenn Emmich riefe und und wenn ich nach Yap sollte ...“

Die Geheimrätin spürte mit dem feinen Ohr der Weltdame, daß ein harter Klang in den raschen Worten war, die zwischen Jutta und Emmich hin und her flogen. Sie begriff nicht ... dachte auch diskret daran vorbei ... wollte nur gütig alles ins gesellschaftlich Freundliche lenken und sprach beinahe lobend: „Es tut Ihrem Gemüt wohler, hier in der Heimat still Ihrem Kindchen zu leben und tapfer weiter zu warten?“

„Ich will mit der Kleinen fortgehen — schließe meine Wohnung zu — gebe sie vielleicht auf — ich weiß noch nicht — aber fort will ich — in die Berge vielleicht — das findet sich.“

Und dabei sah sie immer Hochhagen an, als teile sie ihm Dinge mit, die hinter ihren Worten standen ...

Er erhob sich.

„Was ist geschehen?“ dachte er.

In diesem Augenblick kam Lisbeth Rosenfeld heran, mit ihren eifrigen Bewegungen, ganz erfüllt von einem Einfall. Sie war wieder einmal getragen von glühender Lebenslust. Ihr Mann lächelte ein bißchen ergeben, und der Geheimrat, mit einem undeutbaren Pläsier, das ihm in feinsten Fältchen um die Mundwinkel und Augen saß, rieb sich die feinen Operateurhände.