„Frau Geheimrat, süße Renate und du, Liebes, hört mal zu. Die Tatsache, daß Emmich uns mit Geheimrats so eng zusammengeführt hat, muß extra gefeiert werden. Bei uns natürlich. Morgen. Ausgemacht. Ja?“
„Morgen hast du wieder Zwirnbeine und im Kopf einen großen Ballon, der platzen will, und bist sterbenskrank,“ neckte Jutta, die sich plötzlich ganz in der Gewalt hatte und eine trotzige Fröhlichkeit in sich aufschäumen fühlte. Es war gesagt — gesagt — es schien, als seien Würfel gefallen ... wohin? Vielleicht rauschte ihr Fall nur ins Unbestimmte hinein — aber Jutta spürte doch die Bewegung — ihr Schicksal stand nicht mehr still ... Und die Stärke ihres Temperaments blitzte durch ihr Wesen.
„So, so,“ sagte der Geheimrat amüsiert, „das kommt also vor? Ein Lendemain mit Zwirnbeinen.“
„Ach,“ prahlte Lisbeth mit heißem Gesicht, „nur wenn ich zu viel tanze. Warum läßt Hektor das zu! Heute tanz’ ich ja nicht. Also morgen bei uns.“
Und da es ihr unmöglich war, einen Tisch zu decken, ohne ihn fort und fort zu vergrößern und so viel heranzuladen, als die Räume nur fassen mochten, zählte sie auf: „Natürlich müssen die Crewkameraden kommen, soweit sie im Moment in Kiel stationiert sind und uns näher stehen. Und dann Exzellenz Marweg — Herr Geheimrat, ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ich mich glänzend mit Exzellenz vertrage, einfach glänzend. Hektor ist aber nicht eifersüchtig. Hat er auch nicht nötig. Und Herr von Gamberg, Juttas Vetter. Liebes, wird er können? Segelt er morgen mit? Ach so — du hast ihn nicht gesprochen.“
Jutta dachte nicht, daß es ihr unmöglich gewesen wäre, den Besuch des Mannes zu verleugnen, weil Renate noch mit ihm zusammengetroffen war. Dieses Zusammentreffen hatte sie schon vergessen. Sie wollte wahr sein und sagte sehr ruhig: „Doch, ich habe ihn gesprochen. Er war zum Tee bei mir ...“
„Ah ...“ dachte Hochhagen, „er — er ... das ist es.“
„Na — segelt er mit?“
„Nein.“
„Famos: also Gamberg ... Und dann noch ...“