Und nachher saßen sie zusammen, gerade da, wo gestern nachmittag Jutta mit dem Mann gesprochen hatte ...
Draußen sank der lange Tag in die leise, blasse Dämmerung hinüber. Der Abendwind schlich ein wenig durch die Blätter und stieß sie zag an, aber sie waren so schwer vom Vollsaft ihrer Sommerreife, daß sie sich kaum rührten.
„Mir schien,“ sagte die Mutter, „man sah so wenig — aber doch — mir schien: die Kleine gleicht Malte ganz und gar.“
„Nein. Nicht ein bißchen. Du wirst es morgen sehen.“
Der Ton, in dem die Ähnlichkeit abgeleugnet wurde, tat der alten Frau unbestimmt weh.
„Gott, mir war, als seien sechsunddreißig Jahre versunken, und mein Malte läge wieder in seinem Bettchen vor mir.“
Und sie trocknete ihre Tränen.
Jutta schwieg.
Nun fing die Mutter ein eifriges Fragen an. Unter ebenso eifrigem Essen. Denn sie war schon früh am Tage fortgereist und hatte ihrem Proviant, den sie im Körbchen mit sich führte, nicht recht zusprechen mögen, weil ihr beim Fahren und in der Aufregung der Appetit vergangen war.
Alles wollte sie nun wissen: wie das Kind gehalten werde, und ob es schon mit seinen Fingerchen greife. Wieviel es wiege, und ob es die Nächte durchschlafe. Ob es tags viel schreie und reichlich in die Luft komme.