»Es will absolut nicht in meinen Kopf, daß Sie was von solchen schrecklich wissenschaftlichen Sachen verstehen.«

»Hallo! Das ist aber stark ...«

»Na ja – gottlob – ich hab’ immer das Gefühl ... wie soll ich das sagen – na – als gäben Sie ein Gastspiel, wenn Sie arbeiten ... Doch noch mal ein Mann, der Sinn und Zeit für uns armen Frauen hätte! ... Denk’ ich so ... Aber nein. Selbst Ihnen kommt es bei, und Sie sklaven sich ab ...«

»Glauben Sie es mir – ich entdecke da ganz neue Genüsse. Man ist manchmal geradezu gepackt – sehr ähnlich wie beim Sport. Und man hat ein frisches Gefühl dabei – kommt sich als fixer Kerl vor.«

»Ach so – Sie wissen doch, wie’s heißt: Ich spürte das kleine, dumme Vergnügen, was abzumachen, was fertig zu kriegen.«

»Genau! Ja, so ist einem manchmal zumut –« gab Wynfried eifrig zu.

»Ohne dies Pläsier am Bewältigen geschähe vieles nicht,« sagte Stephan Marning, und er dachte: »Das heißt doch aus der Arbeit nur ein Spiel der Kräfte machen, ohne Erkenntnis ihres sittlichen Wertes.«

Er fragte sich – nicht zum erstenmal – was für eine Art von Mann denn wohl Lohmann der Sohn sei ...

Klara ging mit dem Hauptmann von Likowski, ihrem alten Freunde, hinterdrein. Sie schwiegen. Die junge Frau hörte zu. Sie hatte immer eine leise Verwunderung, wenn sie ihren Mann mit Agathe zusammen sah. Wie anders war dann sein ganzes Wesen. Selbst der Klang seiner Stimme schien heller. Und seine Rede schien so leicht, so nur obenhin – er ließ sich necken und neckte wieder. – Vielleicht nahm er Agathe nicht ernst. – Das war die einzige Erklärung, die sie sich zu geben wußte ...

Es kam ihr mühsam vor, daß sie jetzt mit Menschen zusammen sein müsse. Eine grenzenlose Traurigkeit drückte sie nieder. Sie mußte sich zusammennehmen, um nicht zu weinen – sie – die nicht weinerlich veranlagt war.