Sie seufzte nicht, sie atmete nicht schwer – und dennoch ging von ihrem Schweigen etwas aus, das den warmherzigen, treugesinnten Mann an ihrer Seite ahnen ließ, mit ihrer Stimmung sei es nicht in Ordnung.
»Sie fühlen sich von all den Geburtstagsfreuden erschöpft, gnädige Frau?« fragte er.
Klara fuhr auf.
»Ich? Nein –«
Und sie wußte, daß sie sich aufzuraffen hatte.
Da waren sie nun am Tor, über dem mit großen schwarzen Buchstaben auf grauem Schilde stand: Eisenhütte Severin Lohmann.
Und mit Rädern und Fußstapfen waren von drinnen her Kohlenspuren gekommen. Der sandige Grund der Erde war schon viele Schritte vor dem Tor geströmt von dunklen Tönen. Das wirkte, als fließe die Düsterheit des Bodens einem entgegen. Einem schwärzlichen Estrich glich er drinnen, in den zahllose Tritte die Kohlenteilchen und den Niederschlag des Rauches fest eingetreten hatten. Und der Dunst von Teer und Gasen durchbeizte dichter und spürbarer die Luft, als man das Tor nun passierte.
»Aufgepaßt!« mahnte Wynfried, denn Agathe stolperte über einen Schienenstrang. Und sie fiel schwer gegen Marning, so daß er sie halten mußte.
Sie hob den blauen, schwimmenden Blick zu ihm empor.
»Ich bin wirklich gestolpert,« sagte sie – so wie sie als Kind vielleicht gesagt hatte: »ich habe wirklich nicht gelogen,« wenn man sie bezweifelte.