Da fiel ihr etwas ein. – Sie drehte das Licht auf. – Sie glitt aus ihrem Bette. – Hinten, tief im Schubfach ihrer Kommode gab es ein weißes Paketchen – es umschloß eine blaue Mütze und eine beschriebene Karte. – Klara wußte nun, weshalb sie diese kleinen, geringen Dinge aufgehoben hatte. – Und weil sie es wußte, durfte sie sie nicht behalten.

Sie holte sie hervor – sie ging an den Kamin und knüllte Papier und die Wollhäkelei zusammen und warf sie auf den Rost – ganz hinten an die Rückwand des Feuerloches.

Da war auch noch die Karte – sein Name – wenige, förmliche Zeilen von seiner Hand.

Klara sah lange diesen teuren Namen an – las ihn – als enthielten diese Buchstaben die Geschichte seines Lebens, ihres Lebens und – ihrer Liebe.

Sie hob das Kärtchen – zauderte ein wenig – und leise, leise hauchte sie einen Kuß auf die Schrift.

Und zerriß das kleine Blatt –

Und gleich darauf loderte in der Tiefe des Kamins ein kurzes Feuer auf.

»Lebewohl!« dachte sie, »lebewohl!«

Wieder war Dunkelheit um sie. Und sie weinte in ihr Kissen hinein. – Weinte um einen ihr Toten, der ihr nicht gelebt hatte; um einen ihr Verlorenen, der ihr nie gehört.

Aber dennoch war sie zugleich erfüllt von einem tröstlichen Wissen.