»Ich versteh’ immer: ›Versetzung!‹« sprach der Hauptmann, blöd tuend.
»Bitte, Likowski – verzeihen Sie mir.«
»Mensch! Kam’rad! Marning! Freund! Nee – das is doch Unsinn. – Verset – – – Aber nee. – Wieso denn, warum denn? In dieser Zeit noch obenein!«
»Es wird mir schwer, Sie zu verlassen, unsere Kompanie. – Dies gesammelte Leben in Dienst und Natur und das gewaltige Werk und den bedeutenden alten Mann da drüben. – Verzeihen Sie mir. – Es muß sein. Ich will einen sofort anzutretenden Urlaub nachsuchen und würde dann, wenn inzwischen meine Versetzung genehmigt wird, nicht erst hierher zurückkommen.«
Seine Stimme klang gedämpft. Sie war von einer solchen Festigkeit durchgeistigt, daß der Hauptmann wohl spürte: es war Ernst. Aber so rasch wollte er sich nicht ergeben. Er hatte seinen Oberleutnant noch über das Kameradschaftliche hinaus liebgewonnen.
»Sehn Sie mal, Marning,« begann er, »alles Persönliche muß doch in solcher Zeit hintanstehen. Bedenken Sie: jeden Tag kann der Befehl zur Mobilmachung kommen.«
»Ich glaube nicht, daß es vor dem September was wird. – Sie meinten es doch neulich auch, in der Marine heiße es: im Herbst läge es günstiger für uns. Aber wenn auch – es ist doch für einen Soldaten gleich, wo und wann ihn der Ruf trifft – er hat zu folgen.«
Der Hauptmann schüttelte den Kopf.
Diese Dringlichkeit, wegzukommen – nicht mal die Versetzung abwarten – gleich auf und davon in Urlaub. – Was war denn los? – Aber er fragte nicht. Er sprach nur: »Nee hörn Sie mal – das kann ich nich so gleich fassen. – Und dann: Ihr Regiment verlassen! Ihr liebes Regiment – in das Sie als junges Küken eingetreten sind. – Nee Marning –«
»Das läßt sich vielleicht vermeiden. Ich möchte nur die Garnison wechseln.«