»Wissen Sie,« fuhr er aufgeregt fort, »wenn’s nun losgeht und ich lieg’ da – ich schieß’ mir – bei Gott – ich schieß’ mir ’ne Kugel durch ’n Kopf!«

»Aber bitte! Lieber Likowski! Wenn es wirklich bald zur Mobilmachung kommt – dann folgen Sie uns in einigen Wochen nach –«

»In einigen Wochen?! In vierzehn Tagen will ich wieder zu Pferde sitzen. – Und wenn ihr mich ’raufheben und anschnallen müßt. – Die besten Chirurgen her. – Sylvester von drüben und unser Kommißäskulap – das ist mir nich genug – in Lübeck soll’s ja ’n großen Professor geben – her mit ihm.«

»Ich habe der Ordonnanz schon aus eigener Machtvollkommenheit Befehl gegeben, nach Lübeck zu telephonieren,« sagte Stephan, »beruhigen Sie sich doch bitte!«

»Ja, ja, ich will ruhig sein. Das ist vernünftiger! Aber wenn ich nicht in vierzehn Tagen wieder zu Pferde sitzen kann, erklär’ ich alle Ärzte für Charlatans.«

Stephan sah wohl: der Schmerz, der bezwungen werden sollte, setzte sich in Aufregung um. Es hieß beschwichtigen.

»Man leistet ja heute Fabelhaftes! Ich bin sicher, Sie können in vierzehn Tagen reiten – wenn vielleicht auch noch nicht allein aufsitzen.«

»Nicht wahr? Man leistet Fabelhaftes! Aber, Marning – Ihre Versetzung ... Ihr Urlaub ... Sie müssen nun doch die Kompanie führen – bis ich selbst wieder so weit bin!«

»Es versteht sich von selbst,« sprach Stephan mit fester Stimme, »daß ich keine Schritte tue, bevor Sie wieder dienstfähig sind.«

Sein Gesicht war verschlossen – sein Blick in die Ferne gerichtet – ernst und fest.