Agathe sank schwer auf ihren Sitz – die Tür schloß sich.

»Geliebte Gerwald – Sie müssen mit dem Nachtzug mit mir nach Köln fahren.«

»Bitte, bitte, liebe Baronin – nicht weinen – es wird ja alles gut werden ...«

11

Die junge Frau brach nicht fassungslos zusammen. Die große Aufregung wirkte zunächst auf sie wie ein berauschender Trank, der durch ihre Adern schwoll und ihre Nerven anspannte. Sie ging rastlos hin und her und her und hin – mit fieberisch erhitztem Gesicht.

Sie wollte die ungeheuerliche Offenbarung, die ihr geworden war, in Ruhe bedenken.

Aber davon konnte keine Rede sein. Ihr ganzes Wesen war aufgestört.

Sie hatte gar keinen Haß oder nur Zorn auf die andere Frau – dachte kaum an sie.

Sie dachte an ihre Ehe – an den Vater – an das Kind.