»Möchte der Weg, auf den ihn alles nun zwingt, ihm nicht zu hart mit Reue gepflastert sein.«

Dann fuhr er lebhafter fort. »Meine Tochter – mein Enkel – mein Werk – das gehört zusammen – zu mir – bis übers Grab hinaus: zu mir! Und davon hat mein Sohn sich geschieden. Er hat die Würde seiner Frau und die Würde meines Werkes verraten. – Vielem und Vielen sollte er zum Herrn gesetzt sein. Das kann nur einer, der strebt. Nicht einer, der spielt. Er bleibt von meinem Werk geschieden – auf immer!«

Nun sah er den jungen Mann voll und groß an – bezwingend – –

»Ich tat einmal eine Frage an Sie. – Heute ist der Augenblick, sie zu wiederholen. – In dieser Stunde braucht mein Werk noch keinen Helfer und Leiter. Ein vorbildlicher Mann steht an der Spitze. Aber der Tag wird kommen, wo auch er jüngere Schultern als Mitträger braucht. Und mein Enkel. – Noch bin ich da! O – ich hoffe, dem Dunklen, der mir schon mal so nahe war, noch manches Jahr zu trotzen. Aber dennoch – es ist Menschenlos. – Mein Enkel und meine Tochter – einmal brauchen sie vielleicht einen klugen, besonnenen Mann von Ehre und Herz als – als Freund. – Und so, Marning, so frage ich in dieser Stunde, wo mein Sohn für mein Werk verloren ging: wollen Sie zu mir kommen – wollen Sie meinem Werke dienen?«

»Ja!«

Laut und feierlich klang das durch den Raum.

Der alte Herr streckte seine Hand aus. Stephan ergriff sie und tat wie damals, als er für immer zu scheiden glaubte: er neigte sich tief und küßte voll Ehrfurcht diese Hand – die Hand, die sein Schicksal auf ungeahnte, nie mehr erhoffte Höhen des Glückes führen wollte.

Den Greis übermannte Rührung. Er zwang das nieder.

Er wußte, mit diesem »Ja« hatte ein ganzer Mann sich seinem Werke angelobt. Und nicht nur seinem Werke.

»Nun Klara,« sagte er, »sie muß wissen ...«