»Sie erwarten nun mit Recht eine Liebeserklärung – es ist das, was der Augenblick mit sich bringen sollte. – Ich – – liebes Fräulein – Klara – ich habe ... Schweres liegt hinter mir – was soll ich sagen – wie Ihnen begründen ... Ich bitte Sie, meine Frau zu werden – ja, das tue ich aus vollster Sympathie, ich habe ...«
Er brach ab. Bitterkeit kam plötzlich in ihm hoch – vielleicht Zorn gegen seinen Vater, der es verstanden hatte, ihn herzuzwingen – in langsamer Überredung, in leidenschaftlichen Wünschen.
»Nein!« sprach Klara ihn unterbrechend. »Ich weiß ein wenig von Ihnen – Ihr Vater sagte es mir: Sie haben eine harte Erfahrung gemacht – – Nein. Ich erwarte keine Liebeserklärung. Sie haben gelitten und leiden vielleicht noch.«
Er öffnete die Lippen – wie vor Überraschung. Er tat einen tiefen Atemzug ...
»So darf ich wahr sein?«
»Kann es zwischen uns eine ernstere Pflicht geben als die Wahrheit?« fragte Klara entgegen.
Es war so viel Würde in ihrer Art, daß es ihm wohltat – o wie wohl!
»Ich komme zu Ihnen, weil mein Leben von entsetzlicher Leere ist, weil mein Vater glaubt, daß ich durch eine Ehe, durch eine Ehe mit Ihnen ein neues Dasein finden würde.«
Er dachte: »Nun sagt sie Nein!«
Er wußte nicht: war das Erleichterung oder tat sich die Leere nur noch trostloser auf?