Der Sommer brachte für Peterlein etwas Wunderbares. Er durfte mit der Mutter in die Berge. Der Vater konnte nicht abkommen. Er brachte Frau und Kind zur Bahn und plauderte bis zuletzt lebhaft und fröhlich mit ihnen. Er hielt die Hand seiner Frau lange in der seinen und tätschelte seines Buben blasse Wangen.
„Nun geht nur tüchtig spazieren da oben und holt euch rote Backen! Und, Peterlein – – – fall' mir nur ja nicht in eine Gletscherspalte!“
„Wie ist es da?“
„O, schön! Aber wenn man hinunterpurzelt, merkt man davon nichts.“
„Bist du schon mal hinuntergepurzelt, Vater?“
„Bewahr' mich der Himmel! Junge, was denkst du nur! Aber an einer gestanden bin ich mehr als einmal!“
„Wie sieht das aus, Vater?“ drängte das Kind. „Ist es ein tiefes, schwarzes Loch?“
„Tief ist es, unendlich tief, aber nicht schwarz … Es glänzt so schönes Eis herauf. Ganz blankes, grünes Eis, Peterchen. Und unten rieselt und gluckst etwas – – ein Gletscherbächlein … aber es klingt oft eigentümlich – – wie – wie –“
„… wie wenn etwas weint,“ vollendete ein leises Stimmlein.