„Glaubst du, er sei wieder gekommen, Ruth?“

„O ja, ganz gewiß. Und dann gingen sie hinein und da war noch immer der kühle Brunnen …“

„Und dann, Ruth?“

„Und dann setzten sie sich und horchten auf das Rauschen, und vielleicht schien auch die Sonne ins Wasser. Das mag ich so gern, wenn alle Tropfen glitzern.“

„Und dann, Ruth?“

„Wie komisch du fragst, Peter! Jetzt weiß ich nichts mehr. Sag doch du weiter.“

„Nein. Wenn du nichts weißt, weiß ich auch nichts. Aber nun sing' mir das Lied noch einmal.“

Und Ruth sang, und Peter ging nach Hause und hatte Kopf und Herz voll schwermütiger Klänge und Worte. „Der Knab' 'darf feiner Lehre, der mir den Gart'n auftut …“

An diesem Abend schrieb Peter seine ersten Verse. Und während er schrieb, war es ihm, als hätte er den Schlüssel gefunden zu jenem Rosengarten, war es ihm, als ginge das Jungfräulein neben ihm auf leichten Sohlen und habe Ruths lichtes Haar und Ruths strahlende Augen. Aber als er die Verse später durchlas, erschrak er.

War es möglich, daß das, was ihm eine helle Lohe geschienen, ein paar armselig glimmende Funken waren?