Erst auf seines Vaters ungeduldiges „wird's bald!“ antwortete er in gequältem, beinahe flehendem Ton: „Schon lange!… Ich wollte es dir immer sagen, aber – –“
„Was aber?“
„Ich dachte, du werdest es nicht gerne hören.“
„Na, da hast du allerdings recht gedacht! Was glaubst du eigentlich?… Jahr um Jahr schufte ich mich ab und glaube die ganze Zeit, du werdest einmal das Geschäft übernehmen, und nun kommst du mir mit solchen Geschichten … Maturität!…
Und nachher? Studieren wirst du ja auch wohl wollen? Auf was hat sich denn die Neigung des gnädigen Herrn gerichtet? Weiß er das vielleicht?“
Peter zuckte zusammen und tat plötzlich einen Schritt vorwärts. Frau Elisabeth faltete erschrocken die Hände. Mein Gott, was würde nun losbrechen! Sie sah ihres Mannes höhnisches Gesicht und ihres Sohnes lodernde Augen.
„Peter!“ mahnte sie eindringlich. Sie wußten beide, welcher gemeint war, und der Junge antwortete ihrem Ruf mit einem spöttischen Lächeln. Dann richtete er den Blick auf den Vater und sagte: „O ja, der gnädige Herr weiß auch dies. Er möchte Naturwissenschaften studieren.“
„Naturwissenschaften!“ Peter Niemeyer sprach das Wort aus, als habe sich sein Sohn zu einer unehrlichen Hantierung bekannt. „Das gibt's nicht. Dazu gebe ich mein Geld nicht her. Ich bin der Vater und du der Sohn, und du hast zu gehorchen. Verstanden?“
Frau Elisabeth hatte sich erhoben und war auf den Jungen zugetreten. „Sei still, Peter! Sei still! Versündige dich nicht! Denke dran, es ist dein Vater!“ flehte sie.
Aber Peter schob sie beiseite. Sein trotziges junges Gesicht glühte im Zorn.