Es war ein schöner Morgen, noch ganz früh, Madame Hölty aber schon auf und im Garten. Da hörte sie ihren Hund bellen, Georges »Guten Morgen« sagen, hörte hinter sich einen Tritt, sah sich um und erblickte Herrn Leon.
»Ach, Herr Leon,« sagte sie holdselig und reichte ihm die Hand, »so früh! Was bringen Sie?«
»Ein Geheimniß,« antwortete er mit einem Ausdruck von Behaglichkeit.
»Ein Geheimniß?« wiederholte Madame Hölty. »Ein gutes, hoff' ich?«
»O, das allerbeste.«
Sie setzten sich auf die Bank, Georges wurde zum Hunde geschickt. Madame Hölty war voller Erwartung.
»Ich bin verliebt,« fing Leon ohne alle weitere Einleitung an.
Verliebt – Madame Hölty fühlte eine gewisse Unruhe – wollte er sie zur Vertrauten machen – das ging doch unmöglich an, Herrn Picards wegen.
Leon wiederholte nachdrücklich: »Ja, ich bin verliebt, sehr verliebt, und will heirathen.«
»Was, Sie wollen Madame Picard heirathen?« fuhr Madame Hölty heraus.