»Rebbe, Rebbe!« rief der Schüler mit schwacher Stimme.

»Was ist?« Der Rosch-Jeschiwo erwachte und erschrak.

»Ich war soeben auf dem höchsten Gipfel …«

»Wieso?« fragt der Rosch-Jeschiwo, noch etwas verschlafen.

»Es hat in mir gesungen!«

»Wieso? Wieso?«

»Das weiß ich selbst nicht, Rebbe,« antwortete der Schüler kaum hörbar. »Ich konnte nicht einschlafen und vertiefte mich in Euren Vortrag … Ich wollte um jeden Preis jene Melodie kennen lernen … Und vor großem Kummer, daß ich es nicht konnte, fing ich zu weinen an … Alles weinte in mir, alle meine Glieder weinten vor dem Schöpfer der Welt! Und dabei machte ich die Gebetübungen, die Ihr mich gelehrt habt, doch seltsam: nicht mit dem Munde, sondern tief im Innern! Und plötzlich wurde es so hell. Ich hielt die Augen geschlossen, und doch war es um mich hell, sehr hell, blendend hell …«

»Recht so!« sagte der Alte, sich vorbeugend.

»Und vor dieser Helle wurde mir so gut, so leicht … Es war mir, als ob ich keine Schwere mehr hätte, als ob mein Leib jedes Gewicht verloren hätte und fliegen könnte …«

»Recht so!«