»Geh zu Berl dem Schneider ins Haus und ruf ihn her! Ich, Levi-Jizchok, der Rabbi der Stadt, ließe ihn rufen!«

Berl der Schneider wohnt in der Schulgasse, nicht weit vom Bethause. Und er kommt auch sehr bald, ohne Kittel und Gebetmantel, in Werktagskleidern. Sein Gesicht ist finster, seine Augen sind böse und erschrocken zugleich. Er geht auf Rabbi Levi-Jizchok zu und sagt:

»Ihr habt mich rufen lassen, Rabbi, so bin ich zu Euch gekommen.«

Er betont: »Zu Euch«.

»Sag einmal, Berele,« fragt der Rabbi lächelnd, »warum wird heute dort oben von dir so viel gesprochen? Die himmlischen Heerscharen sind nur mit dir allein beschäftigt. Man hört nichts als: Berl der Schneider und Berl der Schneider!«

»Aha!« triumphiert Berl.

»Hast du irgendeine Beschwerde vorzubringen?«

»Gewiß!«

»Gegen wen denn, Berele?«

»Gegen den Schöpfer der Welt!« antwortet Berl.