Die Gemeinde hätte ihn in Stücke gerissen. Doch Rabbi Levi-Jizchok lächelt noch freundlicher.

»Vielleicht wirst du uns erzählen, um was es sich handelt?«

»Gerne!« sagt Berl. »Von mir aus kann die Sache sogar gleich hier von Euch entschieden werden. Darf ich sprechen?«

»Sprich!«

»Den ganzen Sommer lang«, beginnt Berl der Schneider seine Anklage, »habe ich, nicht auf Euch gesagt, Rabbi, gar keine Arbeit gehabt … Weder von einem Juden, noch von einem Bauern. Ich könnte mich einfach hinlegen und sterben, so schlecht ging es mir!«

»Ach!« zweifelt der Rabbi: »Der Same Abrahams, Isaaks und Jakobs ist doch mildtätig, – du hättest auf die Barmherzigkeit der Leute vertrauen sollen!«

»Darum handelt es sich nicht, Rabbi. Ich sage niemandem ein Wort und nehme von niemandem etwas an.«

Von einem Geschöpf aus Fleisch und Blut nimmt er keine Geschenke an. Er hat vor dem Schöpfer der Welt die gleichen Rechte wie die andern Leute. Das einzige, was er getan hat – er hat seine Tochter in eine größere Stadt zu fremden Menschen dienen geschickt. Und er sitzt allein zu Hause und wartet, was der Schöpfer mit ihm zu tun beschließt.

Einmal vor dem Laubhüttenfeste geht die Tür auf. Aha! Nun hat er es doch erlebt. Und in der Tat, es ist ein Bote vom Gutsherrn: Berl soll ihm einen Mantel mit Pelz füttern. Der Schöpfer will also doch um ihn sorgen! Er geht aufs Schloß, man führt ihn in ein eigenes Zimmer und übergibt ihm den Mantel und die Felle.

»Hättet Ihr nur die Felle gesehen, Rabbi! Die schönsten Fuchsfelle, die es nur gibt!«