Vor der Mutter, sagst du, soll man sich nicht schämen? Es ist wahr … Und doch … Weißt du was, Mameschi? Setz dich hier auf diesen Stuhl vor dem Fenster … Gut so!
Ach, wie schön die Sonne untergeht! Wie schön fallen ihre rötlichen Strahlen auf dein edles, blasses Gesicht!…
Ach, Mameschi, wie schön, wie schön und edel bist du!
Warte … Nun will ich mich dir zu Füßen setzen … Und du sollst mir, wenn ich erzähle, nicht ins Gesicht schauen … Ich will mich auf den Fußschemel setzen und beim Erzählen zum Fenster hinausschauen …
Nein!… So ists nicht gut! Ich werde mich vor der Sonne schämen … Siehst du: am Tage strahlt sie, doch am Abend nimmt sie von uns so traurig Abschied, daß ich mich schäme, von mir zu sprechen …
Ich will meinen Kopf an deinen Schoß lehnen … Ich will meine Augen schließen, und du … du leg mir noch deine Hand auf die Stirn … Ist es dir nicht zu schwer, Mameschi, wenn ich meinen Kopf so an dich lehne? Nein?
Sechzehn Jahre ist dein Kind alt und hat ein so leichtes, ein so kleines Köpfchen … Und ich selbst …
Seufze nicht, Mameschi! Gott hat mich nicht zu karg bedacht: er gab mir zwar wenig Fleisch, dafür aber viele andre gute Gaben: dich, den Vater … Tage und Nächte mit wunderlichen Träumen … Und nun – das Geheimnis …
Nun sehe ich nichts … Mit geschlossenen Augen werde ich es vielleicht doch erzählen können … Ich wills versuchen …
Es fällt mir so schwer!…