Bonze hebt zum erstenmal die Augen. Das Licht, das von allen Seiten auf ihn eindringt, blendet ihn. Alles blitzt, alles glänzt und funkelt, von allen Seiten schießen Strahlen; von den Wänden, von den Geräten, von den Engeln und von den Richtern.
Und er läßt die müden Augen wieder sinken.
»Ist es wahr?« fragt er ungläubig und verschämt.
»Gewiß!« antwortet sehr bestimmt der Vater des Gerichts. »Ich sage dir ja: alles ist dein! Alles im Himmel gehört dir! Wähle und nimm dir, was du willst: denn du nimmst nur von dem, was dir gehört!«
»Ist es wahr?« fragt Bonze wieder, doch schon etwas sicherer.
»Gewiß! Gewiß! Gewiß!« versichert man ihn von allen Seiten.
»Nun, wenn so,« sagt Bonze lächelnd, »so will ich jeden Morgen eine warme Semmel mit frischer Butter!«
Richter und Engel schlagen verschämt die Augen nieder. Der Ankläger beginnt zu lachen.
Neïlo in der Hölle[(16)]
An einem ganz gewöhnlichen Tage, es war weder Jahrmarkt noch Wochenmarkt, hörten die Marktleute plötzlich Pferdegetrabe und sahen in der Ferne den Straßenkot aufspritzen. Bald zeigte sich auch eine Kutsche mit einem Pferde. Wer kann da gefahren kommen? Doch als die Kutsche auf dem Marktplatze anlangte, wandten sich alle Leute voller Abscheu, Angst und Zorn weg: in der Kutsche saß der Angeber aus der Nachbarstadt, der wohl direkt in die Hölle fuhr. Wer weiß, wen er diesmal bei den Behörden angeben wird!