Die Opernsängerin La Guerre war jene Dame, für welche der Herzog von Bouillon in drei Monaten 800000 Livres verschwendet hatte.
Die Dirne La Prairie gehörte zu denjenigen Weibern, welche sich dem Marschall Prinzen von Soubise in dessen „petite maison“ nackt zeigen mussten. „C’est le costume chez Son Altesse comme chez l’Abbé Terrai!“ Dieser moralische Geistliche hatte in seinem Hause in der Rue Notre-Dame ein Zimmer mit einem kostbaren Bette. Stieg die jeweilige Angebetete hinein, so fand sie ein verhülltes Gemälde, das nach der Enthüllung den schönen Körper einer nackten Frau zeigte. „Madame, c’est le costume“, bemerkte der Abbé kaltblütig, indem er ihr durch diese Worte anzeigte, dass er auch sie in diesem Kostüm bei sich zu haben wünschte.
Die berühmte Mademoiselle Du Thé war anfänglich als „Rosalie“ Choristin der Oper und als solche wurde sie ausersehen, den jungen Herzog von Chartres in die „Uebungen der Venus“ einzuweihen. Als sie von diesem Prinzen verlassen wurde, ging sie nach London, ruinierte dort mehrere Lords, kehrte nach Paris zurück, wo sie eine Spielhölle eröffnete, die ihr viel Geld einbrachte und nur sehr Reichen Zutritt gestattete. Diese Messalina war überaus geldgierig und eigennützig. Später wurde sie die Geliebte des Grafen von Artois. Ein junger in sie verliebter Musketier, der keine Erhörung fand, sandte ihr folgendes malitiöse Gedicht:
Du Thé tu cherches à plaire
A qui peut t’enrichir;
Moi qui suis mousquetaire
Je n’ai rien à t’offrir.
Mais je sais faire usage
D’un moment de loisir,
Un homme de mon âge