»Gewiß, sie haben mich hergeschickt,« erwiderte er, und er sprach dabei den Buchstaben s, wie die Engländer das th aus, »sie wünschten durchaus und lassen inständig ersuchen, Sie wollten sie heute zu Mittag besuchen. Sie erwarteten einen neuen Gast« (Pandalewski, wenn er von einer dritten Person redete, gebrauchte in der Regel die Mehrzahl) »und wünschten durchaus, daß Sie dessen Bekanntschaft machen.«
»Wer ist das?«
»Ein gewisser Muffel, ein Baron, Kammerjunker aus Petersburg. Darja Michailowna haben ihn unlängst beim Fürsten Garin kennengelernt und sind des Lobes über ihn voll, als über einen liebenswürdigen und gebildeten jungen Mann. Der Herr Baron beschäftigen sich auch mit Literatur, oder richtiger gesagt … ach, was für ein reizender Schmetterling! bitte, betrachten Sie … oder richtiger gesagt, mit politischer Ökonomie. Er hat einen Aufsatz über eine sehr interessante Frage geschrieben – und wünscht ihn dem Urteil von Darja Michailowna zu unterwerfen.«
»Einen Aufsatz über politische Ökonomie?«
»In bezug auf den Stil, Alexandra Pawlowna, in bezug auf den Stil. Es ist Ihnen wohl, denke ich, bekannt, daß Darja Michailowna auch hierauf sich versteht. Schukowski hat sie zu Rate gezogen und mein Wohltäter, der in Odessa lebende, hochehrenwerte, großwürdige Roxolan Mediarowitsch Xandrika … Der Name dieses Mannes ist Ihnen gewiß bekannt?«
»Ganz und gar nicht, ich habe ihn noch nie gehört.«
»Haben von diesem Manne nichts gehört? Merkwürdig! Ich wollte sagen, daß auch Roxolan Mediarowitsch jederzeit eine hohe Meinung von den Kenntnissen Darja Michailownas in der russischen Sprache gehabt hat.«
»Ist jener Baron nicht ein Pedant?« fragte Alexandra Pawlowna.
»Nicht im geringsten; Darja Michailowna sagen, im Gegenteil, man erkenne in ihm sogleich den Mann von Welt. Von Beethoven hat er mit solcher Beredsamkeit gesprochen, daß sogar den alten Fürsten Entzücken überkam … Das, muß ich gestehen, hätte ich gern mit angehört: das schlägt ja in mein Fach. Darf ich Ihnen dieses herrliche Feldblümchen anbieten?«
Alexandra Pawlowna nahm das Blümchen und ließ es, einige Schritte weiter, auf den Weg fallen … Bis zu ihrem Hause hatte sie noch etwa zweihundert Schritte, nicht mehr. Vor kurzem gebaut und weiß getüncht, schaute es mit seinen breiten, hellen Fenstern einladend aus dem dichten Laube alter Linden und Ahornbäume hervor.