Die Freunde nahmen das Frühstück ein. Leschnew begann von Landwirtschaft zu sprechen, von einer neuen Art, die Scheunen mit Pappe zu decken …
Plötzlich sprang Wolinzow von seinem Sessel auf und schlug so heftig auf den Tisch, daß Tassen und Untertassen erklirrten.
»Nein!« rief er aus, »ich habe nicht die Kraft, es länger zu ertragen! Ich werde diesen Schöngeist fordern und mag er mich zusammenschießen, oder ich ihm eine Kugel durch seine gelehrte Stirn jagen!«
»Was ficht dich an, ermanne dich!« schalt Leschnew, »wie kann man so schreien! Ich habe dabei mein Pfeifenrohr fallen lassen … Was ist dir?«
»Das ist mir, daß ich diesen Namen nicht gleichgültig anhören kann: alles Blut steigt mir zu Kopfe.«
»Geh doch, Bruder, geh! Schämst du dich denn nicht!« erwiderte Leschnew, die Pfeife vom Boden aufhebend. »Denk nicht mehr daran! – Hol ihn der Teufel!«
»Er hat mich beleidigt,« fuhr Wolinzow fort, indem er im Zimmer umherging … »ja! er hat mich beleidigt. Du mußt es selbst gestehen. Im ersten Augenblick fand ich mich nicht zurecht: er hatte mich stutzig gemacht; und wer konnte es auch erwarten? Ich will ihm aber beweisen, daß ich nicht mit mir spaßen lasse … Ich will ihn, diesen verdammten Philosophen, wie ein Feldhuhn über den Haufen schießen.«
»Ein großer Gewinn für dich! In der Tat! Von deiner Schwester gar nicht zu reden. Eine bekannte Sache, die Leidenschaft behält bei dir die Oberhand … wie solltest du an deine Schwester denken! Aber in betreff einer anderen Person, glaubst du, du werdest besser reüssieren, wenn du den ›Philosophen‹ tötest?«
Wolinzow warf sich in einen Sessel.
»Dann gehe ich fort, wohin es auch sei, nur fort von hier! Der Gram preßt mir hier das Herz ab, so daß ich nirgends Ruhe finde.«