Natalia blickte ihre Mutter an.
»Er ist ja fort … jener Herr. Weißt du nicht, weshalb er sich so schnell davongemacht hat?«
»Mama!« sagte Natalia mit leiser Stimme, »ich gebe Ihnen mein Wort, wenn Sie nicht selbst seiner Erwähnung tun, sollen Sie von mir nie etwas über ihn hören.«
»Du siehst also dein Unrecht gegen mich ein?«
Natalia senkte den Kopf und wiederholte:
»Sie werden von mir nie etwas über ihn hören …«
»Nun nimm dich in acht!« erwiderte Darja Michailowna lächelnd. »Ich glaube dir. Vorgestern aber, erinnerst du dich, wie … Nun, nichts mehr davon. Er sei beendigt, abgetan und vergessen. Nicht wahr? Jetzt erkenne ich dich wieder; ich war aber wirklich ganz irre geworden. Nun, gib mir doch einen Kuß, mein liebes, kluges Kind …«
Natalia führte Darja Michailownas Hand an ihre Lippen und diese drückte einen Kuß auf den niedergebeugten Kopf ihrer Tochter.
»Beachte immer meine Ratschläge, vergiß nicht, daß du eine Laßunski und meine Tochter bist,« setzte sie hinzu, »und du wirst glücklich sein. Jetzt aber geh.«
Natalia ging schweigend hinaus. Darja Michailowna sah ihr nach und dachte: so war ich – die wird sich auch fortreißen lassen: mais elle aura moins d’abandon. Und Darja Michailowna versank in Erinnerungen an Vergangenes … längst Vergangenes …