»Nichts, mir fiel ein … Gestern hörte ich, wie ein Bauer zu seiner Frau, die gerade etwas redselig geworden war, sagte: knarre nicht! … Mir hat der Ausdruck sehr gefallen. Knarre nicht! Und in der Tat, worüber können die Weiber denn reden? Sie wissen, ich habe die Anwesenden niemals im Sinne. Unsere Voreltern waren klüger als wir. In ihren Legenden sitzt die Schöne am Fenster, mit einem Stern auf der Stirn und dabei ist sie stumm wie ein Fisch. So muß es auch sein. Und urteilen Sie selbst: da sagt zu mir vorgestern unsere Frau Adelsmarschallin – wie ein Pistolenschuß schoß sie mir’s vor den Kopf –, sagt die mir, ihr gefalle nicht meine Tendenz! Tendenz! Nun, frage ich sie, wäre es nicht besser gewesen für sie, wie für alle, wenn sie, kraft irgendwelcher wohltuenden Verfügung der Natur, plötzlich des Gebrauches der Sprache beraubt worden wäre?«
»Sie bleiben sich immer gleich, Afrikan Semenitsch, Sie ziehen immer gegen uns wehrlose … Wissen Sie, das ist auch ein Unglück in seiner Art, gewiß. Sie tun mir leid.«
»Unglück? Wie können Sie das sagen! Erstens gibt es meiner Ansicht nach überhaupt nur dreierlei Unglück auf der Welt: im Winter in kalter Wohnung zu wohnen, im Sommer enge Stiefel zu tragen und in einem Zimmer zu schlafen, wo ein Kind kreischt, auf das man kein Wanzenpulver streuen darf. Übrigens bin ich nicht der friedfertigste Mensch von der Welt geworden? Zu einer moralischen Sentenz, zu einem Rechenexempel bin ich geworden! So sittsam ist jetzt mein Betragen!«
»Ein schönes Betragen, das Ihrige, ich muß es gestehen! Hat doch gestern noch Helena Antonowna sich bei mir über Sie beschwert.«
»So–oh! Und was hat sie Ihnen erzählt, wenn ich fragen darf?«
»Sie sagte mir, Sie hätten den ganzen Morgen hindurch. auf alle ihre Fragen nur eine Antwort gegeben, ›wa–as? wa–as!‹ und das mit so winselndem Tone …«
Pigassow lachte.
»Es war aber eine gute Idee, das müssen Sie doch zugeben, Alexandra Pawlowna …, wie?«
»Eine vortreffliche Idee! Darf man sich wohl gegen eine Frau so unhöflich benehmen, Afrikan Semenitsch?«
»Was? Helena Antonowna ist eine Frau in Ihren Augen?«