»Versteht sich, Natalia … Unser Freund hier hat diese Nachricht aus Moskau mitgebracht, und es ist auch ein Brief an dich da … Hörst du, Mischuk?« setzte er hinzu, die Händchen seines Sohnes erfassend, »Dein Onkel heiratet! … Das ist aber ein Phlegma! er blinzelt nur mit den Augen dazu!«

»Der junge Herr wollen schlafen,« bemerkte die Amme.

»Ja,« sagte Bassistow, indem er zu Alexandra Pawlowna trat, »ich bin heute von Moskau im Auftrage von Darja Michailowna gekommen – die Gutsrechnungen durchzusehen. Hier ist auch der Brief.«

Alexandra Pawlowna öffnete hastig den Brief ihres Bruders. Er bestand aus nur wenigen Zeilen. Im ersten Anfalle von Freude meldete er der Schwester, er habe um Natalia angehalten, ihre und Darja Michailownas Einwilligung bekommen, versprach mit der ersten Post ausführlich zu schreiben und umarmte und küßte in Gedanken alle. Er schrieb offenbar in einer Art von Betäubung.

Der Tee wurde gebracht. Bassistow mußte sich setzen. Man überschüttete ihn mit Fragen. Alle, Pigassow sogar, waren über die erhaltene Nachricht erfreut.

»Sagen Sie doch,« fragte Leschnew im Laufe der Unterhaltung, »es sind uns Gerüchte über einen gewissen Herrn Kartschagin zu Ohren gekommen – sollte an ihnen etwas Wahres sein?«

Dieser Kartschagin, welchen der Leser bisher noch nicht kennengelernt hat, war ein hübscher junger Mann – ein Dandy, sehr aufgeblasen und wichtigtuend; er hielt sich majestätisch und sah dabei so aus, als wäre er kein lebendiger Mensch, sondern eine ihm selbst auf Subskription errichtete Statue.

»Doch nicht so ganz unwahr,« erwiderte Bassistow mit einem Lächeln. »Darja Michailowna war ihm sehr gewogen; Natalia wollte jedoch nichts von ihm wissen.«

»Den kenne ich ja,« warf Pigassow dazwischen, »das ist ja ein Doppeltölpel, ein Erzperückenstock … ich bitte Sie. Wenn alle Leute ihm ähnlich wären, müßte man sich viel Geld zahlen lassen, wenn man überhaupt leben sollte … wie ist das möglich!«

»Vielleicht,« erwiderte Bassistow, »in der Welt spielt er jedoch keine der letzten Rollen.«