»Für keinen der Wege sind Pferde da,« erwiderte der Posthalter. »Wohin wollen Sie denn?«
»Nach …sk.«
»Es sind keine Pferde da,« wiederholte der Stationshalter und ging hinaus.
Rudin trat ärgerlich ans Fenster und warf seine Mütze auf den Tisch. Er hatte sich in diesen zwei Jahren nicht sehr verändert, war aber gelber geworden; hin und wieder schillerten silberne Fäden in dem Haar und die Augen, immer noch schön, schienen etwas matter geworden zu sein; leichte Runzeln, Spuren bitteren und unruhevollen Denkens, zeigten sich an den Lippen, den Wangen und den Schläfen.
Seine Kleidung war abgetragen und alt, von Wäsche war nirgends etwas zu sehen. Die Zeit seiner Blüte war offenbar vergangen, er war, wie der Gärtner zu sagen pflegt: in die Saat geschossen.
Er begann die Kritzeleien an den Wänden zu lesen … ein beliebter Zeitvertreib sich langweilender Reisenden … plötzlich knarrte die Tür und der Stationshalter trat herein.
»Pferde nach …sk sind keine da und werden noch lange nicht da sein, aber nach …ow sind Retourpferde zu haben.«
»Nach …ow?« wiederholte Rudin. »Aber ich bitte Sie! das liegt ja gar nicht auf meinem Wege. Ich reise nach Pensa, …ow liegt, wie mir deucht, in der Richtung nach Tambow.«
»Was tut es? Sie können dann aus Tambow weiter, oder wenn es Ihnen beliebt, werden Sie von …ow aus wieder hierher zurückkehren können.«
Rudin überlegte.